Annalen, 3 Bde. zsm. Edition Antike.
Annalen, 3 Bde. zsm. Edition Antike.
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Detalles
- ISBN
- 9783534233601
- Autor
- St�Le, Alfons Und Cornelius Tacitus
- Editores
- Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2011.
- Formato
- Bd. 1: 276 S., Bd. 2: 268 S., Bd. 3: 307 S. Originalleinen mit Schutzumschlag.
- Materia
- R�misches Reich, Geschichte 14-68, Quelle, Alte Geschichte, Arch�ogie
- Sobrecubierta
- False
- Idiomas
- Alemán
- Copia autógrafa
- False
- Primera edición
- False
Descripción
Aus der Bibliothek von Prof. Wolfgang Haase, langj�igem Herausgeber der ANRW und des International Journal of the Classical Tradition (IJCT) / From the library of Prof. Wolfgang Haase, long-time editor of ANRW and the International Journal of the Classical Tradition (IJCT). - Bd. 1: Schutzumschlag weist minimale Randl�ren auf, einige Seiten weisen auch leichte Randl�ren auf, sonst sehr gut, Bd. 2: Buchr�cken leicht ausgeblichen, sonst sehr guter Zustand, Bd. 3: Schutzumschlag weist Randl�ren auf, Buchr�cken leicht ausgeblichen, einige Seiten haben auch leichte Randl�ren, sonst gut und sauber. - Cornelius Tacitus (ca. 55- 120 n. Chr.) ist der bedeutendste antike Geschichtsschreiber. Die Annalen, sein letztes und wichtigstes Werk, schildern die r�mische Geschichte vom Tod des Augustus (14 n. Chr.) bis zur Regierungszeit Neros (66 n. Chr.) und brechen dann unvermittelt ab. Die Herrschaft der Kaiser Tiberius, Claudius und Nero wird als Niedergang des Prinzipats dargestellt. Leidenschaftlich verurteilt Tacitus den Sittenverfall der R�mer und die Z�gellosigkeit der Kaiser. Charakteristisch ist die Verbindung scharfer Analyse und feiner psychologischer Zeichnung der Personen mit hoher sprachlicher Kunst. / EINLEITUNG Tacitus - Leben und Werk Im Jahre 88 n. Chr. veranstaltete Kaiser Domitian S�larspiele zur Feier des 800-j�igen Bestehens Roms. Dass er sich dabei verrechnete, konnte auch das angesehene Priesterkollegium der f�r ihre Durchf�hrung zust�igen Quindecimvim nicht verhindern, zu denen der Pr�r Cornelius Tacitus geh�rte. Dieser hatte die unter Vespasian begonnene �terlaufbahn unter dessen S�hnen Titus und Domitian fortgesetzt und schlie�ich 97 mit dem Konsulat und etwa 112/113 mit der Statthalterschaft �ber die wegen ihrer politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Bedeutung �erst begehrte Provinz Asia gekr�nt. 77 verlobte er sich mit der Tochter des Gouverneurs von Britannien Cn. Iulius Agricola und heiratete sie bald danach. Im Anschluss an die Pr�r hielt er sich vier Jahre lang nicht in Rom auf; wahrscheinlich war er als Propr�r in einer Provinz t�g. Aus den Briefen seines Freundes Plinius des J�ngeren erfahren wir, dass er als Redner und Anwalt weit �ber die Hauptstadt hinaus bekannt war. Alle weiteren Angaben zu seiner Person m�ssen wir erschlie�n: Geboren ist er um 55, allem Anschein nach au�rhalb Italiens. Selbst wenn der von dem �eren Plinius als Prokurator der Provinz Belgica erw�te r�mische Ritter Cornelius Tacitus sein Vater gewesen w�, sagte das �ber seine 'landsmannschaftliche' Zugeh�rigkeit nichts aus. Nicht einmal sein Vorname steht fest; denn neben Publius ist auch Gaius �berliefert. Jedenfalls machte Tacitus in Rom Karriere, nahm prestigetr�tige �ffentliche Aufgaben wahr und geh�rte zu der Gruppe von M�ern, die man als Senatsaristokratie bezeichnet. Sein Todesjahr kennen wir ebenfalls nicht; wahrscheinlich hat er den Beginn der Regierung Kaiser Hadrians noch erlebt. Dass wir uns mit ihm besch�igen, ist aber nicht dieser im kaiserzeitlichen Rom keineswegs ungew�hnlichen Laufbahn, sondern seiner reichen literarischen T�gkeit zu verdanken, deren Erzeugnisse leider nur bruchst�ckhaft auf uns gekommen sind. Den Beginn machte im Jahre 98 die Biografie seines Schwiegervaters (De vita lulii Agricolae). Es folgte die einzige erhalten gebliebene ethnografische Monografie der r�mischen Literatur De origine et situ Germanorum, meist kurz als Germania bezeichnet. Zugeschrieben wird ihm auch der Dialogus de oratoribus, eine weitere kleine Schrift, die sich mit einem in der fr�hen Kaiserzeit �fter behandelten Thema auseinandersetzt, dem Verlust der Freiheit (libertas) unter dem Prinzipat, aufgezeigt am Schwinden der Beredsamkeit. Um 109 d�rfte sein erstes gro�s Geschichtswerk Historiae abgeschlossen gewesen sein, das die Zeitgeschichte vom Vierkaiserjahr 69 bis zum Ende der flavischen Dynastie im Jahre 96 umfasste. An den Annalen schlie�ich scheint er bis zu seinem Tod um 120 gearbeitet zu haben. Die Annalen Mit den Annalen (�Jahrb�cher�) greift Tacitus auf die alte historiografische Tradition zur�ck, die Darstellung der Ereignisse nach Jahren zu gliedern, das hei� im Rom seiner Zeit nach den beiden jeweiligen namengebenden Konsuln. Es handelt sich also nicht um den Titel des Werks, den wir wie so vieles bei Tacitus nicht kennen. Handschriftlich �berliefert ist Ab excessu divi Augusti �vom Ableben des verg�ttlichten Augustus an�, das hei�, die Annalen beginnen mit Augustus� Tod im Jahre 14 n. Chr. Ob sie mit dem Erl�schen der julisch-claudischen Dynastie, Neros Selbstmord am 9. Juni 68, endeten oder ob der Autor noch das ganze Jahr 68 behandelte, wird umstritten bleiben, weil das Werk nur unvollst�ig auf uns gekommen ist und der Text mitten in Buch XVI im Jahr 66 abbricht. Ganz erhalten sind nur die B�cher I bis IV und XII bis XV sowie Teile von V, VI, XI und XVI. Wir wissen deshalb nicht einmal, wie viele B�cher die Annalen umfassten. Wahrscheinlich waren es 16; aber es k�nnen auch 18 gewesen sein. Die Beantwortung dieser Frage h�t unter anderem davon ab, wie man den Aufbau des Geschichtswerks zu rekonstruieren versucht. Denn es gibt zahlreiche Hinweise auf eine kunstvolle Untergliederung in Hexaden und Triaden, inhaltlich zusammengeh�rige Gruppen von jeweils sechs beziehungsweise drei B�chern: 1. Hexade (Buch I-VI): Regierung des Tiberius (14�37, also 23 Jahre) a) 1. Triade (Buch I�III): relativ gute Zeit mit der ,Lichtgestalt1 Germanicus als Gegenspieler b) 2. Triade (Buch IV-VI): stetige Verschlechterung mit dem ,Teufe! Sejan als Gegenspieler 2. Hexade (Buch VII-XII): Regierungen des Caligula und Claudius (37 41 und 41-54, also 17 Jahre) 3. Teil (Buch XI1I-XVI oder XVIII): Regierung Neros (54�68, also 14 Jahre) Da von den B�chern VII bis X nichts erhalten ist und der Schluss des Werks fehlt, l�t sich nicht entscheiden, ob auch die zweite Hexade in Triaden gegliedert und Neros Herrschaft ab Buch 13 als Hexade komponiert war mit der Konsequenz, dass die Annalen aus 18 B�chern bestanden, oder ob Tacitus die 14 Jahre von 54 bis 68 in vier B�chern nach einem anderen Prinzip gestaltete: ein vielversprechender Anfang, das sogenannte quinquennium Neronis von 54 bis 58, in dem einen Buch XIII als insgesamt positives Pr�dium zu den etwa zehn Jahren einer immer grauenhafteren Schreckenszeit in der Triade Buch XIV-XVI? Daneben wird vor allem an der Sprache deutlich, dass wir es in den Annalen mit einem Kunstwerk zu tun haben, das End- und H�hepunkt einer langen historiografischen Entwicklung darstellt. Tacitus dr�ckt sich �erst knapp aus, verzichtet auf allt�iche W�rter, umschreibt vertraute Begriffe, greift auf poetische und prosaische Reminiszenzen zur�ck, w�t archaisierende For- . men, vermeidet jede Gleichf�rmigkeit in Wortwahl und Satzbau und zwingt den Leser damit zu st�iger Aufmerksamkeit und �erlegung. Durch die in lateinischer Prosa ungew�hnliche Spitzenstellung des Pr�kats erspart er sich h�ig Satzverbindungen und dr�t den Text dadurch noch mehr zusammen; auf der anderen Seite werden S�e genauso ungew�hnlich durch die einfachen' Konjunktionen atque, et und -que aneinandergereiht. Immer wieder gibt er durch einen sogenannten Nachtrag einem abgeschlossen erscheinenden Gedankengang eine �berraschende, meist dramatisierende Wendung. Zahlreiche Sentenzen beenden Abschnitte pointiert, manchmal auch mit sarkastischer Bitterkeit. Dass au�r Livius und Vergil vor allem Sallust, den Tacitus als rerum Romanarum florentissimus auctor bezeichnet, ein bedeutsames stilistisches Vorbild war, l�t sich an vielen Stellen nachweisen. Leider fehlen uns andere wichtige Vergleichsm�glichkeiten, weil gerade von der Geschichtsschreibung des 1./2. Jahrhunderts n. Chr. fast nichts erhalten geblieben ist. Die Sonderstellung, die Tacitus in ihr einnahm, geht aber auch daraus hervor, dass er in der zweiten H�te des 4. Jahrhunderts von Ammianus Marcellinus fortgesetzt wurde, dessen ebenfalls nur fragmentarisch erhaltenen Res gestae im Jahre 97 mit Kaiser Nerva begannen und bis in seine eigene Zeit reichten. Die �erst anspruchsvolle sprachlich-stilistische Gestaltung hat es wahrscheinlich verhindert, dass Tacitus zu einem g�igen, etwa im Schulunterricht gelesenen Autor wurde. Das wiederum k�nnte dazu gef�hrt haben, dass seine Werke insgesamt nur schlecht �berliefert sind: Die Bruchst�cke der Annalen haben Antike und Mittelalter lediglich in zwei Handschriften �berdauert, die beide in der Biblioteca Laurenziana in Florenz liegen. Der Laurentianus 68.1 (= Mediceus I), der im 9. Jahrhundert vermutlich im Kloster Corvey (bei H�xter im Weserbergland) geschrieben wurde, enth� die B�cher I-VI, der aus dem 11. Jahrhundert und dem Kloster Monte Cassino stammende Laurentia- nus 68.2 (= Mediceus II) die B�cher XI-XVI, auf die als 17. Buch das erste Buch der Historien folgt. Auch von diesen kennen wir nur die B�cher I-IV und den Anfang des f�nften. Tacitus hatte sich vermutlich als einer der M�er aus der Provinz, die er in den Annalen (3,55,3 und 16,5,1) mit deutlicher Sympathie charakterisiert, in die Senatsaristokratie emporgearbeitet. Als Aufsteiger vertrat er besonders nachdr�cklich deren Auffassung, Roms Weg zur Weltmacht und die Behauptung dieser Stellung seien den vorbildlichen moralischen Verhaltensweisen der idealisiert gesehenen Angeh�rigen dieses Standes (mos maiorum) zu verdanken. Von ihnen stand wie er ein Teil der von Augustus geschaffenen Staatsform des Prinzipats (�Herrschaft des ersten B�rgers�) distanziert gegen�ber, weil ihrer Meinung nach die republikanischen Ver'fassungsstrukturen nur zum Schein beibehalten worden waren. Auf der anderen Seite war sich Tacitus bewusst, dass die von ihm immer wieder beschworene senatorische Freiheit unter den ge�erten politischen, wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen in die Katastrophe der B�rgerkriege und damit letztlich zur Alleinherrschaft gef�hrt hatte. Das sich daraus ergebende Dilemma lie�sich seiner Meinung nach nur l�sen, wenn der �erste B�rger� bereit war, den Senat als das jahrhundertelang wichtigste politische Gremium zu achten und ihn zumindest formell an allen wichtigen Entscheidungen zu beteiligen, w�end dessen Mitglieder selbstbewusst und loyal an der Verwaltung und Verteidigung des Reichs mitarbeiteten und dabei die Grenzen respektierten, die der Prinzipat setzte. In der Vergangenheit war das nur selten der Fall gewesen. Viele Herrscher geb�eten sich wie Tyrannen selbstherrlich und grausam, anstatt das erforderliche Entgegenkommen (clementia, lenitas) zu zeigen. Die meisten Senatoren wiederum erwiesen ihnen nicht nur den n�tigen Gehorsam (obsequium), sondern suchten sich aus Eigennutz oder mangelnder Zivilcourage an unterw�rfiger Liebedienerei (adulatio, servitium) zu �berbieten; die starre oppositionelle Haltung einiger weniger dagegen konnte man als blo� Aufs�igkeit (contumacia) verstehen. Am Schluss seines Lebens erinnerte Tacitus mit den in den Schreckensbildem von Neros Terrorregiment endenden Annalen beide Parteien daran, dass in der unumg�lich gewordenen Herrschaft des einen Mannes nur der Mittelweg (moderatio, temperamentum) dem staatstragenden Teil des r�mischen Volkes ein seiner W�rde entsprechendes Dasein erm�glichte; zugleich sicherte er den Fortbestand des Weltreichs in Frieden nach innen und au�n. ISBN 9783534233601