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Heidelberg : Winter, 2002.
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Schriften der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse / Supplemente zu den Schriften der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse ; Bd. 15. 533 S. Originalleinen.
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Horatius Flaccus, Quintus, Zeithintergrund, Aufsatzsammlung, Klassische Sprach- und Literaturwissenschaft, Geschichte und Historische Hilfswissenschaften
Description
Aus der Bibliothek von Prof. Wolfgang Haase, langj�igem Herausgeber der ANRW und des International Journal of the Classical Tradition (IJCT). - Leicht berieben, leicht klaffender Einband, sonst sehr gut und sauber. Mit Widmung an Haase. - VORWORT: Wenn, nach dem ber�hmten Wort Hegels, Philosophie ihre Zeit ist, in Gedanken erfa�, so gilt die Abwandlung dieses Satzes und seine �ertragung auf die Dichtung, da�diese n�ich ihre Zeit sei, in Form gefa�, f�r Horaz in einem innerhalb der antiken Literatur ungew�hnlichen Ausma� Die Zeitgenossenschaft des Dichters ist dar�ber hinaus derart intensiv gewesen, da�sein Dichten zum geschichtlichen Proze�seiner Zeit analoge Metamorphosen erlebt und verschiedene Zeit-Formen gezeitigt hat. Diese Dichtungen greifen gestaltend in das politische, gesellschaftliche, moralische und kulturelle Leben und geschichtliche Bewu�sein der Zeit ein und suchen die Zeit zu formen. F�r alle diese Blicke auf Horaz und Urteile �ber seine Dichtung gilt die Formel 'Zeit und Form'. Wenn die Zeitlichkeit des Menschen, seine Fl�chtigkeit und Sterblichkeit, eines der Grundthemen der Dichtung darstellt, so ist das bei Horaz in kaum �berbietbarer Konstanz und Dringlichkeit der Fall. Der Verg�lichkeit und fliehenden Zeit stellt er den gelebten und gef�llten, den ergriffenen und geformten Augenblick entgegen und gibt ihm im Bewu�sein und in der Erinnerung wie auch im Gedicht fiktiver Gelegenheit Dauer durch Form. Die Sterblichkeit �berwindet er durch die Sakralisierung und Ewigkeit der Dichtung; die Zeitenthobenheit der geistigen Form schlie� die Selbstapotheose des Dichters und die Ewigkeit der Gegenst�e der Dichtung ein, also insbesondere der gefeierten Personen. 'Zeit und Form' umfa� diese Eigenarten der horazischen Dichtung. F�r die horazische Dichtung ist weniger charakteristisch, da�sie zweitausend Jahre �berdauert, als da�sie zu allen Zeiten neues Interesse und sich wandelndes Verst�nis gefunden hat, aus der jeweiligen Zeit heraus und auch gegen die Zeit. 'Zeit und Form' umschreibt auch die Rezeptionsgeschichte. ISBN 9783825312282